„Dead Images“ ist ein langfristiges Projekt, das mehrere Aktivitäten einschließt: fortlaufende wissenschaftlichen und künstlerischen Forschung, eine Wanderausstellung, einen Universitätskurs, eine Konferenz, öffentliche Präsentationen und eine Reihe von Workshops (in Universitäten und Museen). Die Ausstellung (die am 28.6.2018 am Edinburgh College of Art eröffnet wurde) ist um die ethischen Herausforderungen konzipiert, die bei der Betrachtung eines (sehr großen) Fotos, welches das schwierige Vermächtnis der zwei Wiener Sammlungen – körperliche Reste und Fotografien – thematisiert, aufgeworfen werden.
Die Fotografie ist ein Kompositbild eines etwa 30 m langen Archivschrankes der Anthropologischen Abteilung, in dem menschliche Schädelreste verwahrt werden. Dieser Sammlungsbestand ist – sammlungshistorisch gesehen – von besonderer Bedeutung, da hier die menschlichen Schädel, beginnend mit den ersten Inventarnummern bis zur Nummer 8.549 verwahrt werden. Der Schrank, wie auch seine Fotografie, portraitiert die ersten 100 Jahre des wissenschaftlichen Sammelns von Schädeln sowie die Theorien, die – unterstützt von kolonialen Strukturen – d.ie Rassen- und Evolutionsforschung motivierten[1]. In diesem Bild wird indirekt auch die fotografische Sammlung der Anthropologischen Abteilung angesprochen, die sich in einem Raum hinter der prominent erscheinenden Holztür befindet.
Tausende von anthropometrischen Fotografien von Kriegsgefangenen, Indigenen in den Kolonien und Opfern von Holocaust enthaltend, wirft die optische und architektonische Einbeziehung dieser Fotosammlung[2] in die Schädelsammlung und die Verschränkung von fotografischem und wissenschaftlichem Rassismus und Gewalt tiefgreifende Fragen über die Vergegenständlichung von Leben und Tod dieser Menschen auf.
Die Fotografie ist ein Kompositbild eines etwa 30 m langen Archivschrankes der Anthropologischen Abteilung, in dem menschliche Schädelreste verwahrt werden. Dieser Sammlungsbestand ist – sammlungshistorisch gesehen – von besonderer Bedeutung, da hier die menschlichen Schädel, beginnend mit den ersten Inventarnummern bis zur Nummer 8.549 verwahrt werden. Der Schrank, wie auch seine Fotografie, portraitiert die ersten 100 Jahre des wissenschaftlichen Sammelns von Schädeln sowie die Theorien, die – unterstützt von kolonialen Strukturen – d.ie Rassen- und Evolutionsforschung motivierten[1]. In diesem Bild wird indirekt auch die fotografische Sammlung der Anthropologischen Abteilung angesprochen, die sich in einem Raum hinter der prominent erscheinenden Holztür befindet.
Tausende von anthropometrischen Fotografien von Kriegsgefangenen, Indigenen in den Kolonien und Opfern von Holocaust enthaltend, wirft die optische und architektonische Einbeziehung dieser Fotosammlung[2] in die Schädelsammlung und die Verschränkung von fotografischem und wissenschaftlichem Rassismus und Gewalt tiefgreifende Fragen über die Vergegenständlichung von Leben und Tod dieser Menschen auf.

Das "Dead Images"-Team mit Francesca Lanz und Jacopo Leveratto, vor einem Test-Print für die Ausstellung, Edinburgh College of Art, November 2017
[1] Der sammlungshistorisch älteste Schädel, der in diesem Archivschrank verwahrt wird, stammt aus den 1820er Jahren, der letzte in diesem „Schaukasten“ (Inventarnummer 8549) wurde um 1930 inventarisiert (bisher sind ca. 24.000 Objekte inventarnummernmäßig erfasst).
[2] In dem Raum hinter dieser im Foto sichtbaren Tür war früher das Fotolabor untergebracht. Es wurde vom Direktor der Abteilung in der Nazi-Zeit, Josef Wastl, einem frühen Mitglied der NSDAP in Wien begründet. Wastl, dessen Forschungsinteresse auf „Rassenuntersuchungen“ ausgerichtet war, hat nicht nur Schädel von Opfern des Holocaust angekauft, sondern dieser Fotosammlung tausende von Fotos von Holocaustopfern und Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges hinzugefügt.







