Provenienzforschung


Das 1998 erlassene Kunstrückgabegesetz (BGBl. I, 181/1998, Änderung BGBl. I, 117/2009) bildet die gesetzliche Grundlage für die Provenienzforschung im NHM. Aufgrund dieser gesetzlichen Verpflichtung werden Kunst- und Kulturgegenstände aus den österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen des Bundes auf die Frage hin untersucht, ob sie während der Zeit des Nationalsozialismus ihren Eigentümer*innen verfolgungsbedingt entzogen wurden. Für die systematische Untersuchung dieser Frage ist die beim Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport eingerichtete Kommission für Provenienzforschung zuständig, in deren Auftrag auch die Provenienzforscher im NHM tätig sind. Auf Basis der Ergebnisse dieser zeit- und wissenschaftshistorischen Forschungen spricht der österreichische Kunstrückgabebeirat dem/der zuständigen Minister*in Empfehlungen hinsichtlich der (Nicht-) Rückgabe der Objekte aus. Im Fall einer Entscheidung für eine Rückgabe werden die Eigentümer*innen bzw. deren Rechtsnachfolger*innen ausgeforscht und kontaktiert, um die Übergabe der Objekte in die Wege zu leiten. Die Beschlüsse des Kunstrückgabebeirats sind auf der Website der Kommission für Provenienzforschung veröffentlicht. Die das NHM betreffenden Beschlüsse sind zusätzlich an dieser Stelle zu finden.

Das Team der Provenienzforschung im NHM ist für jene Forschungen zuständig, welche die Entscheidungsgrundlage des Kunstrückgabebeirates darstellen. Überprüft wird die Provenienz jener Objekte, welche ab 1933 ins Museum gelangten. Unter Provenienz oder Herkunft werden in diesem Zusammenhang die Eigentumsverhältnisse eines Musealobjektes verstanden. Die Forschungsergebnisse basieren auf Recherchen in den historischen Beständen des Museums, in nationalen und internationalen Archiven und Bibliotheken, genealogischen Datenbanken und anderen Online-Quellen. Darüber hinaus steht das Team der Provenienzforschung im NHM im steten Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland.



NHM Wien, Thomas Mayer: © NHM Wien, Thomas Mayer
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