Wer mit Geologie nur langweilige Steine verbindet, wird in der neuen, mit vielen interaktiven Objekten ausgestatteten Ausstellung überrascht sein, wie umfassend die Erdwissenschaften heute versuchen, die Prozesse unseres Planeten zu entschlüsseln. Längst sind die Grenzen zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen verwischt und von den Gesteinen führt der Weg rasch hin zur Atmosphäre und Hydrosphäre oder in die Welt der Mikroben.Die Ausstellung thematisiert wenig bekannte geologische Lagerstätten in den Ozeanen, wie Methan-Eis und Manganknollen, die durch Mikroorganismen gebildet werden. Als Energie- und Rohstoffquellen könnten sie den Bedarf der Industrie auf Jahrzehnte decken. Zugleich sind sie an fragile Ökosysteme gebunden, die durch Abbau für immer verlorengehen. Die gewaltigen Dimensionen dieser submarinen Lagerstätten, die sich über eine Fläche der Größe Europas erstrecken, illustrieren spektakuläre Videoaufnahmen von Tauchfahrten von GEOMAR und dem Ocean Exploration Trust.
Auch die Gefahr, die von Methan-Eis als Klimakiller ausgeht, zeigt die Ausstellung anhand von Beispielen der geologischen Vergangenheit. Dem Schmelzen des Methaneises vor 55 Millionen Jahren folgte eine Klimakatastrophe mit hohen Temperaturen und großer Trockenheit, die zu einer Verzwergung der Tierwelt führte. Ein ähnliches Ereignis vor 8000 Jahren löste einen Tsunami aus, dessen 20 Meter hohe Flutwelle die Küsten Nordeuropas verwüstete. In Hinblick auf die sich erwärmenden Ozeane sind schmelzende Methaneisvorkommen eine sehr reale Bedrohung für uns und unser ohnehin schon angeschlagenes Klimasystem.
Ein weiteres ungewöhnliches Thema der Ausstellung sind die Rythmen, die unseren Planeten prägen. Das Leben auf der Erde wird von den Bewergungen von Sonne, Erde und Mond bestimmt. Zyklen wie Tag und Nacht, die Mondphasen und die Jahreszeiten bestimmen den Lauf des Lebens und sind für Pflanzen, Tiere und Menschen unmittelbar spürbar. In einer audiovisuellen Installation macht die Ausstellung diese Rythmen als "Weltmusik" in ungewöhnlicher Weise erfahrbar.