
Die Direktorin und Mitarbeiterinnen des NHM Wien, © NHM Wien, W. Bauer-Thell
Was Frauen für das Naturhistorische Museum Wien seit Gründung der Sammlungen leisteten, blieb lange unsichtbar. Das Museum
erzählt auch seine weibliche Geschichte und zeigt, dass es das heutige Museum ohne das Wirken zahlloser Frauen nicht gäbe.
Am 8. März begeht die Welt jährlich den internationalen Frauentag. Auch das NHM Wien greift diesen auf. Wir zeigen Frauen, die in unterschiedlichsten Rollen das Haus zu dem machten was es heute ist und weiterhin für die Zukunft gestalten. Über den März verteilt finden dazu unterschiedliche Veranstaltungen statt.
In der 2025 erschienenen Publikation 13 Frauen aus der Geschichte des NHM Wien treten 13 Protagonistinnen – zwölf historische und eine fiktive zukünftige – stellvertretend für die vielen kaum dokumentierten
Frauen des NHM Wien in den Vordergrund.
Als besonderes Highlight verändert sich das Museum zudem temporär an prominentester Stelle. Im Zuge des internationalen Frauentages geben wir der "Gründermutter" des NHM Wien, Maria Theresia, erstmals die ihr gebührende Präsenz.
Das Kaiserinbild
Das Stiegenhaus des NHM Wien ziert üblicherweise das so genannte Kaiserbild, das Franz Stephan von Lothringen im Kreise seiner Gelehrten inmitten seiner Naturaliensammlung in der Hofburg zeigt. Maria
Theresia beauftragte dieses Gemälde, um ihrem Mann ein Denkmal zu setzen.
Maria Theresia ist es zu verdanken, dass Franz Stephans Naturaliensammlung nach seinem Tod für die Öffentlichkeit zugänglich
gemacht wurde. Die Aufstellung der Sammlung, wie sie am Bild zu sehen ist, geht ebenfalls auf Maria Theresia zurück: Die Monarchin
sorgte dafür, dass diese wissenschaftlich inventarisiert und geordnet wurde.
Anlässlich des Internationalen Frauentages 2025 zeigte sich das bekannte Gemälde temporär von seiner weiblichen Seite. Die
adeligen Damen, die hier rund um Maria Theresia versammelt sind, stehen stellvertretend für die zahllosen Frauen, die die
Geschichte der Sammlungen und des Museums im Laufe der Jahrhunderte prägten.

Bildliche Inspirationsquellen:
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1. Martin Von Meytens d. J.: „Maria Karolina Gräfin Fuchs (1681-1754) an einem Tisch sitzend“, 1840er, Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie Inv.-Nr. 3074; © KHM-Museumsverband, mit freundlicher Genehmigung
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2. Anonym: „Anna Katharina Strack“ (Portrait von), um 1775, um 1780, Wien Museum, Inv.-Nr. 104423, CC BY 4.0, Foto: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum
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3. Friedrich Heinrich Füger: „Erzherzogin Marie Christine und Herzog Albert von Sachsen Teschen präsentieren der Familie Bilder von den Verwandten in Italien“, 1776, Österreichische Galerie Belvedere, Inv.-Nr. 2296, CC BY-SA 4.0
Veranstaltungen:
Themenführung
Der Mann als Jäger, die Frau als Sammlerin?
Caroline Posch (Prähistorische Abteilung, NHM Wien)
Mi, 04. März 2026, 17:00 Uhr
Vortrag
Frauen in der Bibliothek - Bibliothek der Frauen?
Sarah Fiedler & Leah Karas (NHM Wien)
Mi, 04. März 2026, 18:30 Uhr
Poetisches Frühstück
Auf ihren Spuren
Brigitta Schmid (NHM Wien)
So, 08. März 2026, 09:00 Uhr
Themenführung
13 Frauen. Fast unsichtbar, aber nicht völlig verschwunden. Spurensuche im NHM
Brigitta Schmid & Stefanie Jovanovic-Kruspel (NHM Wien)
Mi, 11. März 2026, 17:00 Uhr
Social Media rückt Frauen in den Fokus: #Perspektivenwechel
In einer Social-Media-Reihe auf Facebook und Instagram porträtieren wir Frauen, die in unterschiedlichen Rollen das Haus zu dem machen, was es heute ist, und die es weiterhin maßgeblich für die Zukunft gestalten. Mit dem weiblichen Blick wird erörtert, warum in der Zoologie vor allem männliche Tiere ausgestellt sind und die Weibchen fehlen. Auch in der Beschreibung einer Art (Typus) gilt das Männchen als Maß aller Dinge.
Publikation: 13 Frauen aus der Geschichte des NHM Wien
Im Buch: 13 Frauen aus der Geschichte des NHM Wien werden die individuellen Lebenswege von verschiedenen Frauen, akademisch und nicht akademisch tätig, nachgezeichnet und mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Zeitgeist verflochten.Ziel des Buches ist es nicht nur ein weiblicheres, sondern ein grundlegend kritischeres, facettenreicheres und bunteres Bild der Geschichte des NHM Wien zeichnen.
Als Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Kunst verbindet dieses innovative Buch historische Quellen, poetische Texte und Comic-Zeichnungen, um das, was sonst unsichtbar bliebe, sichtbar zu machen.
Save the date: Interdisziplinäre Konferenz zu Frauennetzwerken vom 19. bis 20.11.2026
Im Herbst 2026 wird im NHM Wien ein eine internationale und transdisziplinäre Konferenz mit folgendem Titel stattfinden:
"Female Networks of Knowledge, Natural History between Private and Public Spaces
An international and transdisciplinary conference on women, science, and museums"
Zum Erfolg des Naturhistorischen Museums tragen heute all seine Frauen bei. Neben der Generaldirektorin prägen nicht nur Mineraloginnen, Geologinnen, Paläontologinnen, Prähistorikerinnen, Anthropologinnen, Zoologinnen, Botanikerinnen, sondern auch Wissenschaftshistorikerinnen, Provenienzforscherinnen, Präparatorinnen, Kommunikatorinnen, Ökologinnen, Bibliothekarinnen, Eventmanagerinnen, Touristikerinnen, Digitalisierungsexpertinnen, Fotografinnen, PR-Frauen, Social-Media-Managerinnen, Tischlerinnen, Aufseherinnen, Controllerinnen und andere Professionistinnen die tägliche Arbeit des modernen Forschungsmuseums.
