Safe Sex. Comeback der Geschlechtskrankheiten [Sonderausstellung]

01. Februar 2026
Die Sonderausstellung "Safe Sex. Comeback der Geschlechtskrankheiten" im Narrenturm gibt Einblick in die Geschichte und Krankheitsbilder verschiedener sexuell übertragbarer Infektionen. Ebenso vorgestellt werden Möglichkeiten zu Prävention und Behandlung. Die Ausstellung läuft bis zum 18. April 2026.

Geschlechtskrankheiten sind wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Erste Beschreibungen finden sich bereits in Berichten aus dem alten Ägypten und im Alten Testament. Der Begriff Gonorrhoe stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet nichts anderes als Samenfluss. Der griechische Arzt Galen empfahl im 2. Jahrhundert sexuelle Abstinenz als Therapie – die sexuelle Übertragung von Krankheiten war also bereits damals bekannt.

Im 15. Jahrhundert hatte das Aufkommen der Syphilis eine eingehendere Auseinandersetzung mit Geschlechtskrankheiten zur Folge. Die Ursache wurde allerdings oft in einem "lasterhaften und liederlichen" Lebenswandel gesehen, als vermeintliche Strafe Gottes. Auch mit Bodenausdünstungen oder "venerischen Giften" versuchte man, die Krankheiten zu erklären. "Venerisch" bezieht sich auf die Liebesgöttin Venus – eine Anspielung auf die Verbindung von Scham und Sexualität. Das sich entwickelnde medizinische Fachgebiet wurde und wird als Venerologie bezeichnet. Die häufigsten Krankheiten, mit denen sich Venerolog*innen in der Anfangszeit auseinandersetzten, waren Syphilis, Gonorrhoe, Lymphogranuloma venereum, Granuloma inguinale und Ulcus molle. Mittlerweile kennt die Medizin wesentlich mehr Krankheitsbilder – man spricht heute von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs).

 
Aktuell gelten Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, Hepatitis und HIV in Europa als die "Big Five" der Geschlechtskrankheiten. Laut neuesten Untersuchungen des ECDC (European Center of Disease Control) ist die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) wieder im Steigen begriffen. Schätzungen der WHO zufolge kommt es europaweit täglich zu circa 1 Million Übertragungen.
 
Die Ausstellung zeigt nicht nur die Geschichte der Geschlechtskrankheiten, sondern nimmt auch Bezug auf aktuelle Themen wie AIDS-Therapie und HPV-Impfung, die erste "Impfung gegen Krebs". Anhand historischer Präparate werden unterschiedliche Krankheitsbilder gezeigt und erklärt. Da viele STIs mittlerweile gut therapierbar sind, wird ein besonderer Fokus auf Aufklärung und Prävention gelegt – nach dem Motto: Behandlung ist gut, Vorbeugen ist besser. Da sexuell übertragbare Infektionen neben körperlichen Beschwerden auch gesellschaftliche Folgen haben, ist dieses Thema ebenfalls vertreten. Stigmatisierung und Ausgrenzung sollten heute bei Krankheiten eigentlich keine Rolle spielen, trotzdem werden Betroffene auch im 21. Jahrhundert noch diskriminiert. STIs können jede Person treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und sozioökonomischem Status.

Wissen über STIs hilft nicht nur Ihnen, sondern auch anderen!
Ausstellung
© NHM Wien, Wilhelm Bauer-Thell
Ausstellung
© NHM Wien, Wilhelm Bauer-Thell
Ausstellung
© NHM Wien, Wilheml Bauer-Thell
Horst Schalk, Katrin Vohland, Eduard Winter, Laura Lick, Andrea Brunner (v. l. n. r.)
© NHM Wien, W. Bauer-Thell
Sujet "Safe Sex. Comeback der Geschlechtskrankheiten"
© Sirene, M. Kanzler
Comiczeichnung zu Syphilis
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu Gonorrhö
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu Hepatitis C
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu Chlamydien
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu HPV
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu Ulcus Molle
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu Herpes
© NHM Wien, Laura Lick
Comiczeichnung zu HIV
© NHM Wien, Laura Lick
Gonorrhoe beim Neugeborenen, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
Herpes, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
HIV, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
HPV, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
Mykoplasmen, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
Syphillis, Moulage
© NHM Wien, Chloe Potter
Syphillis, Schädelknochen
© NHM Wien, Chloe Potter
Chlamydien, Feuchtpräparat
© NHM Wien, Chloe Potter
  
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