Kleine Schalen, große Bedeutung: Foraminiferen im arktischen Wandel
Polar Talk #22
Petra Heinz (Austrian Polar Research Institute und Institut für Paläontologie, Uni Wien)
Foraminiferen sind winzige Einzeller mit einem festen, oft kalkigen Gehäuse. Sie kommen in allen Weltmeeren vor und spielen eine Schlüsselrolle im marinen Ökosystem.
Weil sie sehr sensibel auf Umwelteinflüsse reagieren, eignen sie sich als Frühwarnsystem für Veränderungen im Meer. Ihre Schalen bleiben oft lange im Meeresboden erhalten und verraten, wie die Lebensbedingungen in der Vergangenheit waren – ein Fenster in die Klimageschichte.
In der Arktis sind sie als Bioindikatoren besonders geeignet: Am Meeresboden lebende (benthische) Arten zeigen zum Beispiel, wie viel Nahrung vorhanden ist, wie viel organisches Material nach unten sinkt, wie gut das Bodenwasser mit Sauerstoff versorgt ist und wie stark das Wasser dort versauert ist. So helfen arktische Foraminiferen, wechselnde Lebensbedingungen am Meeresboden zu dokumentieren und abzuschätzen, wie sich Ökosysteme und Kohlenstoffflüsse in einer sich erwärmenden Arktis künftig entwickeln.
Petra Heinz ist Mitglied des Austrian Polar Research Institute und Professorin für Paläoökosysteme am Institut für Paläontologie der Universität Wien. Sie beschäftigt sich mit der Rekonstruktion mariner Ökosysteme anhand mikropaläontologischer, ökologischer und biologischer Untersuchungen von benthischen Foraminiferen.
NHM Vortrag
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