Prähistorische Forschungen Online Band 13: Die Pfahlbaustationen Misling I und Misling II / Attersee

Keramik und Felssteingeräte


Autorin: Veronika Holzer
228 S.

nur online verfügbar

Zusammenfassung

Am südlichen Westufer des Attersees im österreichischen Salzkammergut befinden sich die neolithischen Seeufersiedlungen Misling I und Misling II, die im Jahre 1904 von Theodor Wang entdeckt und im Auftrag von Max Schmidt, einem Möbelfabrikanten, weiter zum Teil auch mit einem Bagger untersucht wurden. Später arbeitete Theodor Wang auch mit der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums und mit dem Heimathaus Vöcklabruck zusammen. Im Jahr 1931 begann Kurt Willvonseder sich mit den Pfahlbaustationen am Attersee zu beschäftigen und führte im Jahr 1934 erste Vermessungen beider Stationen durch.
Die Station Misling I befindet sich südlich des Schwendterecks in einer kleinen Bucht und hat circa 85 m Länge und 20 m Breite. Somit war sie ein wenig kleiner als die Station Misling II, die südlich von Misling I gelegen ist und eine Länge von mehr als 100 m und eine Breite von etwa 30 m aufweist. In den 1970er Jahren unternahm Johann Offenberger vom Bundesdenkmalamt gemeinsam mit Sporttauchern des UTC Wels eine genaue Bestandsaufnahme und Vermessung der beiden Stationen. Aufgrund dieses pfahlgetreuen Vermessungsplanes war es sogar möglich, mehrere Hausgrundrisse mit einer Größe von 4×6 und 3×4 m zu erkennen. Diese Häuser wurden mit verschiedenen Substruktionen auf trockengefallenen Strandplatten des Sees errichtet.
Radiokarbonbestimmungen datieren die Station Misling I auf 3080 BC und die Station Misling II von 3120 BC, 3390 BC bis 3530 BC (nach Stadler 1995, 218).
Petrographische Untersuchungen der Steingeräte ergaben, dass das Rohmaterial der Steingeräte beinahe ausschließlich aus dem alpinen Bereich beziehungsweise aus den Flussschottern des Alpenraumes bezogen wurde. Es fanden sich aber auch Materialien aus der unmittelbaren Umgebung der Fundstellen, ebenso ortsfremdes Material auch aus nicht alpiner Herkunft und Materialien fraglicher Herkunft.
Archäobotanische Untersuchungen der Holzproben aus dem Jahr 1975 von Misling II zeigten, dass die am häufigsten vertretene Baumart die Fichte war, die eine gute Spaltbarkeit aufweist und rasch wächst. Die ebenso verwendeten Pappeln, Weiden und Erlen sind typische Uferhölzer, die ebenfalls rasch wachsen. Andere Baumarten wie die Birke, die Esche, Ahorn, Buche etc. wurden in geringerer Menge ebenfalls genutzt. Um die Aspekte der Umwelt und der Wirtschaftsweise der Siedler zu erfassen, wurden auch die pflanzlichen Reste analysiert.
Die Haus- und Wildtierreste der Pfahlbaustation Misling II der Untersuchungsjahre 1974–1976 von Johann Offenberger ergaben typische Zerschlagungsspuren der Knochen von Schlacht- und Speiseabfällen. Bei den Haustierarten waren Rind, Schaf, Schwein, Hund und Pferd, bei den Wildtierarten Auerochse, Gämse, Elch, Rothirsch, Reh, Wildschwein, Fuchs, Baummarder und Biber sowie vier Wildvogelknochen vertreten.
Als Einführung zum Katalog wurden die für die Fundbeschreibungen verwendeten Begriffe (Thesauri) einheitlich definiert. Teils wurden sie aus anderen Publikationen übernommenen, teils auch im Rahmen des Projektes eigenständig neu entworfen. Die charakterisierenden Merkmale wurden nach Fundgattungen getrennt beschrieben und zum Teil mit Illustrationen versehen dargestellt.
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e-ISSN: 2708-5708
Erscheinungsdatum : 18. Dezember 2024
Umfang: 228 Seiten

DOI: https://doi.org/10.57827/pfon13

Link zur Broschüre (pdf): Download pdf
 




  
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