Neuer dauerhafter Themenraum im Narrenturm: Kunst der Moulage. Verewigte Krankheitsbilder [Presserundgang]
07. Oktober 2025
Das NHM Wien lädt zu einem Presserundgang in den Narrenturm ein. Präsentiert wird der
neue Themenraum: "Kunst der Moulagen. Verewigte Krankheitsbilder". Der Rundgang findet am
07. Oktober 2025 um 10.30 Uhr in der Pathologisch-anatomischen Sammlung im Narrenturm, Spitalgasse 2, Uni-Campus Hof
6, 1090 Wien, statt.
Moulagen sind realistisch wirkende Nachbildungen
von Verletzungen, Hautkrankheiten oder anderen medizinischen Befunden – meist aus Materialien wie Wachs, Silikon oder Kunststoff
gefertigt.
Wachsabgüsse von Krankheitsbildern fanden vor allem Ende des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im medizinischen Unterricht Verwendung, um Studierenden reale Krankheitsbilder zu zeigen, ohne die Patient*innen zu benötigen.
1892 begann Carl Henning (1866 – 1943) im Auftrag der Medizinischen Fakultät der Universität Wien mit der Herstellung von Moulagen für den medizinischen Unterricht. Mit seinen täuschend echten Darstellungen von medizinischen Zuständen galt Henning als einer der technisch besten Wachsbildner seiner Zeit. Er trug wesentlich dazu bei, dass Moulagen nicht nur als Lehrmittel, sondern auch als kunsthandwerkliche Meisterstücke betrachtet wurden. Durch den großen Erfolg und die weitreichende Nutzung seiner Moulagen wurde ein eigenes Institut zur Erzeugung und Reproduktion an der Universität gegründet. Anfangs noch 100 Stück pro Jahr, stieg die Zahl der Neuanfertigungen und Kopien bald an.
Nach dem plötzlichen Tod Carl Hennings übernahm sein Sohn Theodor (1897 – 1946) die Herstellung. Das Institut wurde privatisiert und um einige Facetten erweitert. So wurden nun auch Gesichtsprothesen und Totenmasken hergestellt. Auch die Rezeptur und Produktionsweise änderte sich im Laufe der Jahre, so wurde neben einer eigenen Abformmasse auch die Wachsmischung regelmäßig verbessert. Bis 1937 wurden Moulagen angefertigt, danach verlagerte Theodor Henning den Schwerpunkt auf die Herstellung von Prothesen vor allem für Kriegsversehrte. Anhand von Materialanalysen und historischen Quellen wird die Entwicklungsgeschichte der Moulagen veranschaulicht und die Geschichte des k.k. Moulageinstitut von einer universitären Einrichtung zur Erzeugung von Lehrmitteln hin zu einem Privatunternehmen mit unterschiedlichen Angeboten erzählt.
Aufbauend auf der Sonderausstellung zu Moulagen im Jahr 2024 können nun größere Teile der Sammlung von über 3.000 denkmalgeschützten Exemplaren der pathologisch-anatomischen Sammlung des NHM Wien dauerhaft in einem eigenen Themenraum präsentiert werden. Die Moulagen haben nicht nur einen medizinhistorischen Wert, sondern präsentieren reale Krankheiten – sofern sie aus verschiedenen Gründen nicht behandelt werden können.
Pressematerialien zum Download:
https://www.nhm.at/presse/pressemitteilungen2025/pkmoulagen
Um Anmeldung unter irina.kubadinow@nhm.at wird gebeten.
Allgemeiner Rückfragehinweis:
Mag. Irina Kubadinow
Leitung Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin, NHM Wien
https://www.nhm.at/irina_kubadinow
Tel.: + 43 (1) 521 77 - 410 I irina.kubadinow@nhm.at
Wachsabgüsse von Krankheitsbildern fanden vor allem Ende des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im medizinischen Unterricht Verwendung, um Studierenden reale Krankheitsbilder zu zeigen, ohne die Patient*innen zu benötigen.
1892 begann Carl Henning (1866 – 1943) im Auftrag der Medizinischen Fakultät der Universität Wien mit der Herstellung von Moulagen für den medizinischen Unterricht. Mit seinen täuschend echten Darstellungen von medizinischen Zuständen galt Henning als einer der technisch besten Wachsbildner seiner Zeit. Er trug wesentlich dazu bei, dass Moulagen nicht nur als Lehrmittel, sondern auch als kunsthandwerkliche Meisterstücke betrachtet wurden. Durch den großen Erfolg und die weitreichende Nutzung seiner Moulagen wurde ein eigenes Institut zur Erzeugung und Reproduktion an der Universität gegründet. Anfangs noch 100 Stück pro Jahr, stieg die Zahl der Neuanfertigungen und Kopien bald an.
Nach dem plötzlichen Tod Carl Hennings übernahm sein Sohn Theodor (1897 – 1946) die Herstellung. Das Institut wurde privatisiert und um einige Facetten erweitert. So wurden nun auch Gesichtsprothesen und Totenmasken hergestellt. Auch die Rezeptur und Produktionsweise änderte sich im Laufe der Jahre, so wurde neben einer eigenen Abformmasse auch die Wachsmischung regelmäßig verbessert. Bis 1937 wurden Moulagen angefertigt, danach verlagerte Theodor Henning den Schwerpunkt auf die Herstellung von Prothesen vor allem für Kriegsversehrte. Anhand von Materialanalysen und historischen Quellen wird die Entwicklungsgeschichte der Moulagen veranschaulicht und die Geschichte des k.k. Moulageinstitut von einer universitären Einrichtung zur Erzeugung von Lehrmitteln hin zu einem Privatunternehmen mit unterschiedlichen Angeboten erzählt.
Aufbauend auf der Sonderausstellung zu Moulagen im Jahr 2024 können nun größere Teile der Sammlung von über 3.000 denkmalgeschützten Exemplaren der pathologisch-anatomischen Sammlung des NHM Wien dauerhaft in einem eigenen Themenraum präsentiert werden. Die Moulagen haben nicht nur einen medizinhistorischen Wert, sondern präsentieren reale Krankheiten – sofern sie aus verschiedenen Gründen nicht behandelt werden können.
Pressematerialien zum Download:
https://www.nhm.at/presse/pressemitteilungen2025/pkmoulagen
Um Anmeldung unter irina.kubadinow@nhm.at wird gebeten.
Allgemeiner Rückfragehinweis:
Mag. Irina Kubadinow
Leitung Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin, NHM Wien
https://www.nhm.at/irina_kubadinow
Tel.: + 43 (1) 521 77 - 410 I irina.kubadinow@nhm.at