Fulgurit-Flöte

Mittwoch, 11. November 2026, 18:00 Uhr – 19:00 Uhr | Event

Talk & Performance im Rahmen der 22. VIENNA ART WEEK, 6. – 13. November 2026

 

Ein Blitz ist eine hochenergetische elektrische Entladung, ein Ausgleichsprozess zwischen Wolken und Erde. Binnen eines Augenblicks steigt die Temperatur der umgebenden Luft auf bis zu 30.000 Kelvin, etwa das Fünffache der Sonnenoberfläche. Im Sand transformiert die Energie der Entladung Quarz in Glas.

 

Was bleibt, ist ein Fulgurit: eine hohle, verzweigte Struktur, in der sich der Weg des Blitzes materialisiert und ein Extremereignis in mineralischer Form bewahrt. Als Fulgurit Flöte wird der vom Blitz geformte Glaskörper zum Instrument. Durch den Luftstrom tritt die mineralische Spur des Blitzes erstmals als Klang hervor. Die individuelle Form jedes Fulgurits prägt den Weg des Atems und den daraus entstehenden Klang. Der Fulgurit ist geologisches Zeugnis und Instrument zugleich.

 

Barbara Husar entwickelte die Fulgurit-Flöte im Dialog mit dem Astrophysiker Michel Breitfellner und verfolgt darin ein geophysikalisches Ereignis von seiner materiellen Einschreibung bis in den Klang. Gemeinsam mit dem Flötenbauer und Musiker Stefan Kronsteiner und dem Produzenten André Lehner setzt sich das Projekt im Album FLUX FULGUR fort: eine Reihe von Fulgurit-Flöten im Zusammenspiel mit den Elementen, die sie hervorbrachten.

 

Das Projekt wird von illwerke vkw unterstützt.

 

Konzept und künstlerische Leitung: Barbara Husar

Astrophysik: Michel Breitfellner

Flötenbau & Musik: Stefan Kronsteiner

Produktion: André Lehner

 

Vienna Art Week 2026

 

Fulgurite (lateinisches Wort "fulgur" für Blitz) entstehen, wenn ein Blitz in die Erde einschlägt und den Boden schmilzt. Oft wird das Material in der Mitte weggeblasen oder verdampft, wodurch ein Loch entsteht, daher der deutsche Name „Blitzröhre“. Es gibt auch Fulgurite, die nicht durch natürliche Blitze, sondern durch auf den Boden gefallene Hochspannungsleitungen, entstanden sind. Ein berühmtes Exemplar wurde 2007 vom NHM in Kaltenbach bei Vitis, NÖ, ausgegraben und wissenschaftlich untersucht. Die älteste Blitzröhre in der Sammlung ist wahrscheinlich ein präpariertes Stück aus Deutschland aus dem Jahr 1823. Ein Fulgurit unbekannter Herkunft ist im Saal IV, Vitrine 188, ausgestellt, unter den Sondergesteinen, die unter extremen Bedingungen (Temperatur, Druck und/oder Verformungsgeschwindigkeit) entstanden sind.

 

 

Begrenztes Gratis-Eintritts-Kontingent von 20 Tickets erhältlich.
Zur Anmeldung.


Nach erschöpftem Kontingent: Besuch der Veranstaltung mit gültigem Museums-Eintrittsticket möglich.

 

 

  
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