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FFG Talentepraktikum  - Ur-Recycling: Nachhaltige Ressourcen und Recycling schon in der Urgeschichte

Jeder weiß, dass Recycling wichtig ist und Rohstoffe wiederverwertet werden sollen. Doch wie war das früher? Für einen Großteil der Menschheitsgeschichte wurde alles von Hand hergestellt und erst mit der Zeit lernten wir, Maschinen für uns arbeiten zu lassen. Die Herstellung von Gütern wie Gefäßen, Werkzeugen oder Kleidung war aufwendig und langwierig. Man braucht bloß an alte Handwerksberufe zu denken, für aller Art von Herstellung gab es einen Spezialisten. Neue Dinge zu besorgen war oft teuer oder schlichtweg nicht möglich, deshalb lassen sich auch bereits an Fundobjekten aus der Jungsteinzeit Recyclingprozesse erkennen. 
 
Beim FFG-Talentepraktikum 2022 beschäftigten sich die Schüler:innen verschiedener Schultypen mit Ur-Recycling, also Recyclingmethoden, nachhaltiger Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft in der Urgeschichte. Als Forschungsgebiet für die Recherche wurden die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen herangezogen. Die Schüler:innen erfuhren, wie die Menschen in der Jungsteinzeit (vor 6000 Jahren) gelebt und Dinge verwertet bzw. wiederverwertet haben. Zu diesem Zweck setzten sich die sieben Praktikant:innen mit Fundobjekten auseinander, bei denen der Recyclingaspekt klar ersichtlich ist. Etwa einer Keramikscherbe aus der Pfahlbausiedlung im Federseemoor, welche als Netzsenker zur Beschwerung eines Fischernetzes recycelt wurde oder einem Steinbeil aus der UNESCO-Welterbestätte See am Mondsee, das nach einem irreparablen Defekt zum Klopfstein umfunktioniert wurde. 
 
Heute sind immer mehr Gegenstände zu kompliziert gebaut, um selbst eine Reparatur vorzunehmen. Viele Branchen produzieren im Ausland und die Produkte kommen bergeweise zu uns nach Europa, wo sie oft im Mülleimer landen, wenn sie nicht den Erwartungen entsprechen oder Abnutzungserscheinungen zeigen.  Es wurde einfacher, zeitsparender und günstiger alte Dinge einfach wegzuwerfen, anstatt sie zu reparieren oder zu recyceln. Deshalb ist es gerade heute wichtig, sich mit Recycling und nachhaltigen Ressourcen auseinander zu setzten: weil es besser für den Planeten und für uns alle ist.
Das Praktikum wurde von der prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museum Wien in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Pfahlbauten durchgeführt.

Die Aufgaben der Praktikant:innen
Am Praktikum nahmen vier Schülerinnen von der HTL Spengergasse und drei Bundesrealgymnasiast:innen aus Wien (Stubenbastei) und Oberösterreich (Traun) teil. Ziel des Projektes war, die von den Schüler:innen ausgearbeiteten Inhalte zum Thema Ur-Recycling in einem für die Öffentlichkeit nutzbaren, digitalen Medientool aufzubereiten. Es entstand ein interaktives Pfahlbauten Wimmelbild, indem verschiedene Szenen von den Schülerinnen der HTL in Kurzanimationen zum Leben erweckt wurden. Die Gymnasiast:innen recherchierten zu den Fundobjekten und verfassten Texte, welche als Beschreibung zu den Animationsvideos den Nutzer:innen das Fundobjekt vorstellen und den Recyclingprozess dahinter erklären. Dabei arbeiteten die Schüler:innen eigenständig mit Fachliteratur, 140 Jahre alten Inventarbüchern und Originalobjekten aus der Sammlung des Naturhistorischen Museum Wien.  

Ein spannendes Rahmenprogramm
Ein Bewusstsein für Recycling zu schaffen ist wichtig, dabei etwas über unsere Geschichte zu lernen ist noch besser. Um einen Einblick in die Forschung zu bekommen, wurden die Praktikant:innen mit den verschiedenen Bereichen des Hauses vertraut gemacht. Von den jeweiligen Mitarbeiter:innen bekamen sie die Forschungsinfrastruktur (MicroCT, Rasterelektronenmikroskop) erläutert und wie die Arbeit im Naturhistorischen Museum funktioniert. Der Tiefspeicher, die Lüftungsschächte, das Kuppeldach und verschiedene Abteilungen des Hauses wurden besichtigt (Anthropologie, Zoologie, Präparation und das Bildarchiv). Außerdem bekamen die Praktikant:innen im Zuge einer zweitägigen Exkursion einen Einblick in die Außenstelle und Grabungsstätte Hallstatt und wie die archäologische Forschung funktioniert.
 
Die Tätigkeiten, sowie das Rahmenprogramm innerhalb des Praktikums wurden von den Schüler:innen in witzigen und spannenden Blogbeiträgen erfasst.

Zusammenarbeit mit den Schulen:
GRG Wien 1, Gymnasium Stubenbastei, 1010 Wien
Bundesrealgymnasium Traun, 4050 Traun
HTL Spengergasse, 1050 Wien
 
Gefördert von der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft. Bei der Projektschiene FFG Talentepraktika können Schülerinnen und Schüler Praxiserfahrung in der Forschung sammeln und im Sommer vier Wochen an einer Forschungseinrichtung mitarbeiten.
 
  
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